Ergebnisse

  • Wie gewinnen wir heute die Menschen, die wir morgen dringend brauchen? 

    Oder: Wie kommt man von 3.600 auf 15.000 Bewerbungseingänge pro Jahr?

    Diese Frage stellen sich viele soziale Einrichtungen – ob in der Pflege, im Rettungsdienst oder in der sozialen Arbeit. Der Fachkräftemangel ist längst Realität, und die Suche nach tragfähigen Lösungen dringlicher denn je.

    Im Projekt PersonalQUADRAT arbeiten wir hauptsächlich für den DRK-Landesverband Schleswig-Holstein e.V. und dessen Einrichtungen an den Themen Personalgewinnung und -bindung, Qualifizierung und Integration.

    Für den Auftakt unseres besonderen Formates „Impulstag“ haben wir die Einladung auf alle DRKs in Schleswig-Holstein ausgeweitet. Fast 60 Anmeldungen sind ein starkes Signal für die Brisanz des Themas.

    Unser 1. Impulstag am 6. Mai 2025 stand unter dem Motto:

    „Recruiting – strategisch, emotional, erfolgreich“

    Für den Mix aus Impulsvortrag, vier Workshops und Zeit für Austausch haben wir als Keynote-Speakerin Maja Roedenbeck Schäfer gewinnen können. Sie besitzt ausgezeichnete Expertise im Recruiting und Personalmarketing bei den DRK-Kliniken Berlin.

    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt weder den Besuch eines Workshops noch eine fundierte Ausbildung.

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    Auftaktveranstaltung im Mai: Impulse, Austausch und Expertise

    Am Online-Impulstag „Recruiting – strategisch, emotional, erfolgreich“ am 6. Mai 2025 erhielten die Teilnehmenden fundierten Input und konkrete Hilfestellungen für ihren Recruiting-Alltag.

    Im Zentrum stand der Impulsvortrag von Maja Roedenbeck Schäfer. Sie war von 2020 bis 2025 Leiterin Strategisches Recruitment bei den DRK-Kliniken Berlin und dort für den Aufbau und die Umsetzung einer professionellen Recruiting-Strategie verantwortlich – mit beachtlichem Erfolg.

    In ihrem Vortrag und dem anschließenden Social-Media-Workshop brachte sie ihr Wissen auf den Punkt: Modernes Recruiting bedeutet mehr, als nur Stellenanzeigen zu schalten – es ist strategisch, menschlich und muss die Lebensrealität der Zielgruppen ernst nehmen.

    Um ein paar ihrer konkreten Erfolgsfaktoren zu nennen:

    1. Eine starke Arbeitgebermarke mit super Bewerber*innen-Service aufbauen. Dabei darf vom üblichen Corporate Design abgewichen werden.
       
    2. Strategisches Recruiting ist kein Nice-to-have, sondern notwendig. Dabei sollte Recruiting gleichberechtigter Partner in der Unternehmensstrategie mit den anderen Abteilungen und Sparten sein.
       
    3. Zahlen, Daten, Fakten und eine Prise Risiko. Um Recruiting-Ziele zu erreichen, dürfen unterschiedliche Wege ausprobiert und deren Ergebnisse ausgewertet werden.


    Im anschließenden Workshop „Social Media fürs Recruiting gezielt nutzen“ haben die Teilnehmenden folgende Erfolgsfaktoren besonders inspiriert:

    1. Corporate Influencer zu qualifizieren reicht nicht. Es braucht auch einen klaren Auftrag, Handwerkszeug und mindestens 2 Stunden pro Woche freie Zeit dafür.
       
    2. Journalistische Qualität macht den Unterschied. Tiefgründige Reportagen statt PR-Texte, ein besonderer 1. Satz und Bilder mit Gesichtern in Großaufnahme, damit „du und ich“ uns damit identifizieren können.
       
    3. Social Media sind keine 20 Uhr Nachrichten. Infotainment, Spaß, echte Menschen, Lebensgeschichten und authentische Einblicke schaffen Nähe und die Lust, dort zu arbeiten.


    Ein klar messbarer Erfolg des Recruiting-Teams war der Anstieg von 3.600 auf 15.300+ Bewerbungseingänge pro Jahr bei den DRK-Kliniken.

    Drei Workshops, ein Ziel: Recruiting praxisnah gestalten 

    Das PersonalQUADRAT-Projektteam hat drei thematisch fokussierte Workshops zu aktuellen Herausforderungen im Recruiting durchgeführt. Da alle Workshops parallel stattfanden, mussten sich die Teilnehmenden im Vorfeld für eines der folgenden Themen entscheiden:

    1. Bewerbungsgespräche erfolgreich führen
    2. Das Bewerbermanagementsystem d.vinci optimal nutzen
    3. Professionelle Bewerberkommunikation gestalten


    Das Feedback war eindeutig: Die gewählten Schwerpunkte trafen genau den Nerv der Zeit und griffen zentrale Fragen aus dem Führungs- und Personalbereich auf. Viele hätten sich allerdings gewünscht, an mehreren Workshops teilnehmen zu können.

    Diesen Impuls haben wir aufgenommen und die Workshops im Juli erneut angeboten – diesmal mit der Möglichkeit, an mehreren Terminen teilzunehmen. Auch hier war die Resonanz durchweg positiv: Rund 48 Teilnehmende gaben uns sehr wertschätzendes Feedback. Das zeigt, dass wir mit den Inhalten echten Mehrwert schaffen.

    Unser Ziel bleibt es, auch in Zukunft praxisnahe Veranstaltungen und Workshops anzubieten, die relevante Themen aufgreifen und unsere Kolleginnen und Kollegen in ihrer Arbeit spürbar unterstützen.

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    Generationenmanagement - 
    Erfolgreich unterschiedliche 
    Generationen führen


    Wählscheibe trifft Smartphone – Führen im Generationen-Mix 

    Mit 33 Anmeldungen aus dem schleswig-holsteinischen DRK fand am 17. Juni der nächste Impulstag statt. Als Redner konnten wir Ulrich Rose gewinnen – selbst aktiv im DRK und erfahrener Trainer bei mehreren DRK-Institutionen. Schon nach wenigen Minuten war klar: Hier spricht jemand, der Theorie und Praxis gleichermaßen kennt und die Themen so erklärt, dass ein tieferes Verständnis für die Unterschiedlichkeiten entsteht. 

    Wer schon mal ein Team mit Babyboomern, Millennials und Gen Z erlebt hat, weiß: Da prallen manchmal Welten aufeinander. Die einen wurden mit Telefonhörer und Wählscheibe groß, die anderen leben quasi im Smartphone.  

    Unsere Arbeitswelt befindet sich mitten im Generationen-Mix. Während die Babyboomer langsam in Rente gehen, kommen Gen Z und schon die ersten Vertreter der Generation Alpha nach. Das klingt nach Vielfalt, bedeutet für Führungskräfte aber auch eins: keine einfachen Antworten mehr. Wo früher klare Regeln und Hierarchien galten, wollen Mitarbeitende inzwischen mehr Mitsprache und Mitgestaltung, flexibel arbeiten und trotzdem Sicherheit haben. 

    Dabei tickt jede Generation ein bisschen anders. Die Babyboomer sind die Kinder der Kriegsgeneration. Geprägt vom Wirtschaftswunder haben sie gelernt: Arbeit steht über allem – und wer hart arbeitet, kann sich etwas aufbauen. Generation X wollte sich abgrenzen und sagte: „Wir arbeiten, um zu leben.“ Die Millennials (Gen Y) haben ihre Prioritäten weiter gedreht – erst das Leben, dann der Job. Und die Gen Z trennt klar: hier die Arbeit, da mein Leben. Und über die Alpha-Kids, die gerade noch mit TikTok groß werden, reden wir in ein paar Jahren. 

    Gemeinsame Werte – trotz aller Unterschiede 

    Überraschung: Am Ende wollen alle das Gleiche – Gesundheit, Familie, Freundschaft, Sicherheit, Wertschätzung und die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung

    Für Führungskräfte heißt das: Kommunikation ist der Schlüssel. Wer Wertschätzung zeigt, zuhört und Feedback ernst meint, erreicht mehr, als mit strengen Regeln. Führung darf situativer werden – mal klare Ansagen, mal Freiraum, je nachdem, wen man vor sich hat. Und es lohnt sich, alte Muster zu durchbrechen: Auch die Jüngeren haben Wissen, das ältere Generationen weiterbringt – insbesondere digital. 

    Am Ende ist Führung im Generationen-Mix weniger eine Frage von „alt gegen jung“, sondern von gegenseitigem Respekt für die individuellen Kompetenzen. Denn: Wenn die Boomer ihre Erfahrung mitbringen und die Gen Z frische Ideen liefert, dann entsteht etwas, das weder die Wählscheibe noch das Smartphone allein hinbekommen hätte. 

    Tipps für Führungskräfte 

    1. Wertschätzende Kommunikation: Offenes Feedback, Anerkennung und echtes Zuhören.
    2. Situativer Führungsstil: Je nach Reifegrad und Generation unterschiedlich führen.
    3. Partizipation ermöglichen: Transparenz schaffen, Mitarbeitende einbeziehen.
    4. Mentoring in beide Richtungen: Auch ältere Kolleg*innen können von Jüngeren etwas lernen (z. B. bei digitalen Themen oder bei der Selbstfürsorge).
    5. Gemeinsame Aktivitäten: Verbindet mehr als jede PowerPoint-Präsentation. 

    Fazit 

    Generationenunterschiede sind kein Problem – solange wir sie verstehen und ernst nehmen. Entscheidend ist gegenseitiges Verständnis.  

    Stimmen aus dem Workshop 

    Und wie haben die Teilnehmenden den Workshop erlebt? Ein paar Einblicke: 

    Viele sagten, dass ihr Verständnis für die verschiedenen Generationen geschärft wurde. Als besonders wertvoll hoben sie die aufschlussreiche Erklärung der einzelnen Generationen – endlich mal ohne das übliche „Jugend-Bashing“ hervor. Stattdessen gab es eine faire Darstellung mit Stärken, Herausforderungen und positiven Eigenschaften

    Gelobt wurde auch die Mischung aus Theorie und Praxis: konkrete Tipps, tiefe Einblicke und der historische Kontext, der erklärt, warum jede Generation so tickt, wie sie tickt. Für einige war es die Bestätigung der eigenen Wahrnehmung, andere betonten die Motivation, nun noch mehr ins Handeln zu kommen. 

    Besonders gut angekommen sind die praktischen Beispiele, die gut gestalteten Folien und die kurzen, aber inspirierenden Austauschrunden. Ein Satz, der hängen blieb: „Es ist schön zu sehen, dass die Herausforderungen bei vielen ähnlich sind – wir sind damit nicht allein.“ 

    Und vielleicht das wichtigste Lob: Der Workshop hat gezeigt, dass wir im DRK schon auf einem sehr guten Weg sind – mit viel Offenheit, Austausch und einem klaren Blick auf das, was uns alle verbindet.

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